Usedoms Bäderarchitektur damals und heute

Sonntag, 11. Juli 2010 |  Autor:

Usedoms Bäderarchitektur

Was genau verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff „Bäderarchitektur“? Dieses Wort bezeichnet die Art und Weise, wie in den Seebädern an der deutschen Küste – zum Teil wird der Begriff auch für Urlaubsorte in der Schweiz verwendet – am Ende des neunzehnten und am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts gebaut wurde. Zum Teil setzte diese Bautätigkeit auch schon einige Jahrzehnte früher ein, etwa in Heringsdorf auf der Insel Usedom. Wohlgemerkt: Es geht hier nicht um die Art und Weise, wie damals die Einheimischen wohnten, die einfachen Leute. Vielmehr ist die Rede von den Stadtvillen, die sich die reichen Sommergäste errichteten. Meist waren diese Villen mindestens zweistöckig, gerade auf der Insel Usedom waren sie fast immer in weiß gehalten.

Im Eingangsbereich fanden sich häufig Säulen, Veranden waren ebenfalls üblich. Alles in allem war die Bäderarchitektur aber kein eigener Baustil, der einem ganz festen Schema oder festen Regeln gefolgt wäre. Sie stellte eher einen Mischmasch aus verschiedenen Stilelementen dar, man verwendete alles, was man zu jener Zeit als schön und repräsentativ empfand. Noch heute findet diese Form von Architektur unter den Feriengästen ihre Freunde, für viele trägt sie erheblich zum Charme von Usedom und anderen Feriengebieten an der Küste bei. Heute allerdings wohnen die typischen Touristen natürlich ganz anders. Heute finden sich auf Usedom Ferienhäuser, in denen häufig mehrere Ferienwohnungen untergebracht sind. Deren Architektur ist üblicherweise eher schlicht und ganz auf den praktischen Nutzen ausgerichtet. Der Tourist von heute möchte ja auch nicht repräsentieren (sonst hätte er sich für irgendein weit teureres Urlaubsziel entschieden), er möchte einfach seinen Urlaub genießen. Weil man das auf Usedom ganz ausgezeichnet kann, werden eben Unterkünfte benötigt, die einen gewissen Komfort bieten und Entspannung ermöglichen, dabei aber auch preiswert bleiben. Die Bäderarchitektur dient den meisten nur noch als Sehenswürdigkeit.

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Thema: Reisen

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