Märchen aus dem Bereich Sport
Dienstag, 6. April 2010 | Autor: Tobias Kasprak
11 Märchen aus dem Bereich Sport
Der Ausdauersport ist eine der entscheidenden Säulen für gesundheitsorientierten Sport und gezielte Fettverbrennung. Besonders das Laufen erfreut sich in Deutschland schon seit Jahren über einen stetigen Zulauf. Doch besonders sportlichen Anfängern fällt der Einstieg schwer. Typische Lauffehler und falsche Trainingsmethoden erschweren nicht nur die Durchführung, sondern sorgen für falsche Trainingsreize und somit ausbleibende Erfolge.
Zu den häufigsten Lauffehlern zählt die Wahl der falschen Trainingsmethode. Zu Beginn des Trainings muss zunächst geklärt werden, welches Trainingsziel verfolgt wird. Gewichtsreduktion ist dabei meist die Hauptintention. Doch vor allem in diesem Bereich sind Trainingsirrtümer und Märchen vorhanden, wie in kaum einem anderen Bereich der Fitness. Im Folgenden sollen einigen dieser Fehler aufgezeigt und erklärt werden.
1. Fehler: Nur langsames Laufen verbrennt Fett:
Klingt zunächst plausibel, ist aber leider nicht der Fall. Die Aussage, dass bei niedrigen Geschwindigkeit und niedrigen Pulsfrequenzen vermehrt Fett verbrannt wird ist schlichtweg falsch. Besonders sportliche Einsteiger verfügen nicht über eine optimal funktionierende Lipolyse. Dies bedeutet, der Körper hat noch nicht gelernt, aus freien Fettsäuren Fett zu verbrennen. Einsteiger können sich sicher sein, dass beim Laufen Kohlenhydrate und nicht Fette verbrannt werden. Ist jedoch keineswegs problematisch, denn Fett wird nicht im Training verbrannt, sondern in den Phasen zwischen dem Training. Das Training ist lediglich ein Reiz zur Dauerhaften Fettverbrennung. Entscheidend ist somit der höhere Grundumsatz durch Sport.
2. Fehler: Schwimmen ist gut für die Gelenke
Auch dabei handelt es sich um eines der größten Irrtümer im Ausdauersport. Grundsätzlich ist gegen die Aussage nichts einzuwenden, jedoch handelt es sich bei einem gesunden Schwimmen nicht um das Schwimmen, das in deutschen Schwimmbädern angetroffen wird. Mit kaum einer anderen Sportart werden die Kniegelenke derart belastet wie beim Brustbeinschlag. Sitzende Haltung und Kopf im Nacken damit die Haare nicht nass werden sorgen für massive Verspannungen im Nacken und Schmerzen im Rücken. Also Finger Weg vom Brustschwimmen, richtig erlerntes Kraulen ist die gesunde Fortbewegung im Wasser.
3. Fehler: Abnehmen ohne Sport
Langfristiges Abnehmen ohne Sport ist nicht möglich. Sport alleine hilft nicht immer aber ohne Sport hilft nichts. Die Ernährung sorgt für die Energiezufuhr. Aber nur die Ernährung umzustellen funktioniert immer nur temporär. Um langfristig abnehmen und das Gewicht halten zu können ist ein adäquater Sport immer notwendig.
4. Fehler: Nur Ausdauersport für die gezielte Fettverbrennung
Völlig falsch. Nur Muskulatur verbrennt Fett. Mehr Muskeln, mehr Fettverbrennung. Also ran an die Gewichte.
5. Fehler: Crosstrainer sind gesund für die Gelenke.
Auch bei dieser Aussage wird mehr um die Wahrheit rumgeredet als tatsächlich stimmt. Die Aussage Crosstrainer haben eine geringere Gelenkbelastung ist richtig, diese Tatsache ist jedoch schlecht, denn auch Gelenke benötigen einen gewissen Trainingsreiz um stabiler zu werden. Bleibt der Reiz aus, entwickeln sich nur Muskeln und keine passiven Strukturen. Gesunde Menschen sollten daher Joggen und nicht auf den Crosstrainer. Menschen mit chronischen Gelenkbeschwerden und stark übergewichtige sollten auf Ausweichsportarten ausweichen.
6. Fehler: Was in der Physiotherapie gesund ist, ist auch bei gesunden Menschen nicht verkehrt
Fatal falsche Aussage. Die Krankengymnastik beschäftigt sich mit erkrankten und verletzten Menschen. Der gesunde Sportler darf nicht nach Methoden der Physiotherapie trainieren.
7. Fehler: Freihanteltraining ist nur was für Bodybuilder:
Auch bei dieser Aussage graut es jedem Sporterfahrenen. Besonders das Kreuzheben und Kniebeugen sind für ältere Menschen und Anfänger besonders gut geeignet. Keine anderen Übungen erfüllen derart funktionale Aspekte wie diese. Die Assoziation zu muskelbepackten Fleischbergen ist daher absolut nicht zutreffend. Das Einstiegsgewicht muss nicht bei einer Tonne wiegen. Das ein derartiges Training in den wenigsten Trainingsplänen integriert wird liegt schlichtweg an der Inkompetenz zahlreicher Fitnesstrainer. Fragen Sie in Ihrem Studio mal nach.
8. Fehler: Frauen trainieren nach den gleichen Methoden wie Männer
Oftmals wird im Internet geschrieben und gelesen, dass Frauen nach den gleichen Methoden trainieren sollten wie Männer. Der Organismus funktioniert identisch, ist plausibel. Aber in den seltensten Fällen verfolgen Frauen die gleichen Trainingsziele wie Männer. Nur wenige Frauen wollen ein richtig definierten Bizeps und die Aussage: Ich hätte gerne eine straffere Haut und knackigen Po, fällt bei Männern eher selten.
9. Fehler: Die anaerobe Schwelle liegt bei 4 mmol/L
Nein, wir Menschen sind alle unterschiedlich, und das ist auch gut so. Eine Pauschalaussage, die anaerobe Schwelle liegt bei jedem Menschen bei 4 mmol/L ist genauso wie: die höchste Laufgeschwindigkeit liegt bei jedem Menschen bei 35 km/h. Ähnliches gilt übrigens für die Herzfrequenz. Seien Sie daher bei standardisierten Tabellen sehr vorsichtig.
10. Fehler: Dehnübungen
Kein Witz, Dehnübungen sind an sich schon ein Fehler. Seien Sie sich sicher, alles was über Dehnübungen jemals verfasst wurde und verfasst wird, wird irgendwann widerlegt. Das einzige was Sportwissenschaftler über das Dehnen wissen, ist dass Sie nichts wissen.
11. Fehler: BMI
Der Body Mass Index ist der meist angewandte Indikator für Übergewicht. Allerdings stellt er lediglich einen Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Körpergröße dar. Fettmessgeräte sind da besser geeignet, solange Sie immer ein und die Selbe benutzen.
Fazit:
Es gibt viele Märchen über Sport. Leider trainieren immer noch die meisten Menschen nicht in Ihrem optimalen Bereich. Junge Sportler trainieren sich in Ihrem Übermut muskuläre Dysbalancen im großen Stil an. Übergewichtige trainieren mit völlig falschen Methoden und bleiben letztendlich auf Ihren Kilos sitzen. In Fußballvereinen werden Coopertest & co. für Indikator der Ausdauerleistungsfähigkeit genommen. In Fitnessstudios erstellen unerfahrene Trainer wilde Trainingspläne. Achten Sie daher genau wer was zu Ihnen erzählt.
Ihr Tobias Kasprak
Institut für Leistungsdiagnostik Frankfurt





















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