Kunst ist Kunst ist Kunst?

Donnerstag, 10. Juni 2010 |  Autor:

Was ist Kunst?

Immer wieder stellt sich die Frage, wer eigentlich bestimmt, was Kunst ist und was nicht. Jeder kennt Geschichten, wie Beispielsweise die von van Gogh, der erst nach seinem Tod zu einem der größten Künstler überhaupt avancierte, heute als Wegbereiter der Moderne gilt und zu Lebzeiten nur ein einizges Bild verkaufte, während diese gegenwärtig Millionen Euro kosten. Wie kann es sein, dass ein Künstler erst derartig verkannt wird, um später zu einem der besten aufzusteigen? Wer entscheidet über die Frage, was Kunst ist?

Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten, denn es scheint sich hierbei um einen Prozess zu handeln, der von der Konstellation Künstler, Gesellschaft und Kritiker abhängig ist. Kann denn etwas als Kunst empfunden werden, dass vom „Künstler“ nicht als solche gedacht war? Oder kann es sich dann nicht um Kunst handeln, weil nicht die Intention bestand künstlerisch tätig zu sein? Kann man von Kunst sprechen, wenn der Künstler und seine Kunst innerhalb der Gesellschaft und unter den Kritikern nur auf Ablehnung stößt? Van Goghs Geschichte beweist, dass es der Fall sein kann, aber wann tritt dieser Fall ein oder ist Kunst letztendlich nur eine schnelllebige Mode-Erscheinung und lebt von der Zustimmung der Gesellschaft?

In kaum einem anderen Bereich der Kunst ist dieses Zusammenspiel aus Künstler, Kritiker und Gesellschaft so ausgeprägt und umstritten wie im Feld der Haute-Couture. Die Zustimmung der Gesellschaft scheint einigen Designern weder notwendig  noch erstrebenswert zu sein. Zudem verabschiedet man sich innerhalb der Designer-Mode immer mehr von den ursprünglichen Funktionen von Kleidern, nämlich denen des Schutzes oder der Tragbarkeit. Es scheint, als würde sich Haute-Couture als Kunst am Körper verstehen, sich aber vollständig vom praktikablen Aspekt, der ihr durch ihr Medium zwangsläufig eigen ist, weit möglichst entfernen wollen. Dabei werden auch alle gängigen Fashiontrends ganz bewusst außer Acht gelassen, um sich von der Masse abzusetzen. Demnach entspricht Kunst in diesem Zusammenhang nicht dem allgemeinen Zeitgeschmack bzw. setzt sich bewusst von diesem ab, was im Prinzip auch als eine rein reaktionäre Haltung innerhalb der Designer-Riege gesehen werden kann.

Ebenso scheint aber dieses Verhalten mit den Abnehmern der Haute-Couture in Übereinkunft zu sein, so dass sich im Grunde eine Kunstelite herausbildet, die sich nur darüber definiert, ihr Schaffen als Kunst anzusehen und durch gegenseitige Zustimmung diesen Status erhält. Wieder stellt sich die Frage, ob in einer solchen Situation tatsächlich von Kunst die Rede sein kann oder ob sich letztendlich erst nach einigen Jahren herausstellt, wessen Kunst für die jeweilige Gattung von nachhaltiger Bedeutung war bzw. immer noch ist. Kann ein letztendlich nicht tragbares Sommerkleid gerade auf Grund dessen tatsächlich Sinn von Kunst sein?

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Thema: Mode

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