Der Gebäudeenergieausweis

Der Gebäudeenergieausweis

Solange wie es noch möglich war, nämlich bis zum 01.10.2008 konnten sich die Gebäudebesitzer für einen der beiden Arten des Gebäude-Energieausweises entscheiden. Seit dem 01.10.2008 besteht diese Entscheidungsfreiheit nur noch für wenige. Frei zwischen den beiden Arten des Gebäudeenergieausweises wählen können nur die Besitzer von Gebäuden für die der Bauantrag nach dem 01.11.1977 gestellt wurde, oder falls die Häuser älter sind müssen sie die  Anforderungen der 1. Wärmeschutz-Verordnung 1977 erfüllen. Außerdem haben nur noch die Besitzer von Häusern mit mehr als vier Wohneinheiten die freie Wahl zwischen dem verbrauchsabhängigen Gebäudeenergieausweis und dem bedarfsorientierten Gebäudeenergieausweis. Das schränkt die Wahlmöglichkeiten natürlich sehr stark ein. Viele Hausbesitzer, die von der Pflicht zur Erstellung eines Gebäudeenergieausweises betroffen waren, haben daher die Zeit vor dem 01.10.2008 genutzt, um noch einen verbrauchsabhängigen Gebäude-Energieausweis erstellen lassen, da viele gerade bei älteren Gebäuden gehofft haben, damit besser zu fahren. Seit dem 01.10.2008 besteht diese Möglichkeit nicht mehr, aber die bislang erstellten Gebäudeenergieausweise behalten ihre Gültigkeit 10 Jahre lang.

Ein Blick auf den Gebäude Energieausweis soll in Zukunft die potentiellen Mieter oder auch die Käufer eines Hauses von der Energieeffizienz eines Gebäudes in Kenntnis setzen. Vorne auf dem Gebäude Energieausweis befindet sich der so genannte „Energietacho“, der mit einer Skala, auf der die Energie-Werte zwischen grün über gelb bis rot eingetragen sind. Grün bedeutet gute Werte, gelb signalisiert Handlungsbedarf und rot ist ein Zeichen für dringend notwendige Energiesparmaßnahmen. Ein Wert im roten Bereich beeinflusst den Wert eines Hauses oder die Kaltmiete einer Wohnung in Zukunft entscheidend, denn in diesen Fällen ist dem Käufer oder Mieter sofort klar, das hohe Energiekosten auf ihn zukommen werden. Bei einem bedarfsorientierten Gebäudeenergieausweis, bei dem die objektiven Werte zugrunde gelegt werden (Art des Mauerwerks, der Isolierung, Verglasung, Art des Daches, Isolierung des Daches, Art der Heizung, Alter der Heizung usw.) ergeben sich auf dem Energietacho zwei Energiewerte, die Endenergie und die Primärenergie. Endenergie ist die tatsächlich verbrauchte Energie pro m², Primärenergie ist die Endenergie zuzüglich der zur Erzeugung der Endenergie aufgewandten Energie wie Förderung, Bearbeitung, Verarbeitung, Transport. Dadurch ergeben sich objektive Werte über den Energiebedarf des Gebäudes pro m². Im Gegensatz dazu wird der verbrauchsabhängige Gebäudeenergieausweis auf Grund der  nachgewiesen Verbrauche für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung erstellt. Es werden also die Mengen und Kosten der letzten drei Heizperioden erstellt. Daraus wird dann der Verbrauch pro m² errechnet und der entsprechende Energieverbrauch. Dieses verbrauchsabhängige Verfahren ist allerdings wesentlich ungenauer als der bedarfsorientierte Gebäudeenergieausweis. Denn auch das subjektive Heizverhalten des einzelnen fließt hier in die Berechnung mit ein.

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